Der Begriff „Dolch“ taucht erst im Spätmittelalter auf. Dies spiegelt die Tatsache wider, dass der Dolch zwar in der Antike bekannt war, im Hochmittelalter jedoch verschwand und durch das Stichmesser oder Scramasax ersetzt wurde.
Der Dolch tauchte im 12. Jahrhundert als „Ritterdolch“ oder genauer als Kreuzdolch oder Parierstange wieder auf und entwickelte sich im Spätmittelalter zu einer gängigen Waffe und einem Werkzeug für den zivilen Gebrauch.
Der altfranzösische Begriff „dague“ scheint sich im 13. Jahrhundert auf diese Waffen bezogen zu haben, zusammen mit anderen Begriffen wie „poignal“ und „basilard“. Der mittelenglische Dolch wurde ab 1380 verwendet.
In dieser Zeit wurde der Dolch oft als sekundäre Verteidigungswaffe im Nahkampf eingesetzt. Der Ritterdolch entwickelte sich im 14. Jahrhundert zum größeren Basilardmesser. Im 14. Jahrhundert kämpften Ritter häufig zu Fuß, um die Verteidigungslinie der Infanterie zu verstärken. Dies machte den vermehrten Einsatz von Dolchen erforderlich. In Azincourt (1415) nutzten Bogenschützen sie, um abgestiegene Ritter zu besiegen, indem sie die schmalen Klingen durch Helmöffnungen und andere Öffnungen stießen.